VDSt Dresden | |
Noch keine Vorstellung vorhanden. Am 13. Juni 1895 fand im Lokal "3 Raben" zu Dresden die Gründungsversammlung des V.D.St. Dresden statt, nachdem dazu vom damaligen Dresdner Gauverband des KV und besonders vom Dresdner Mitbegründer Bbr. Werner Schön am Schwarzen Brett der Universität dazu aufgerufen worden war. Zum ersten Vorsitzenden wurde Bbr. Heinrich Büggeln gewählt. Nachdem am 09. Juli unter Beteiligung der V.D.St. aus Leipzig und Charlottenburg der erste Antrittskommers gefeiert wurde, trat der Bund am 18. Januar 1896 als Initiator der Reichsgründungsfeier erstmals an dieÖffentlichkeit. Die erste Aufgabe war die Zusammenarbeit mit den studentischen Verbindungen in Prag und die Unterstützung der dortigen deutschen Universität; in Verfolg dieses Bemühens gingen in jedem Semester Bundesbrüder nach Prag, um dort ein oder mehrere Semester zu studieren. Im Jahre 1902 übernahm der V.D.St. Dresden zum ersten Male den Vorort des KV. Drei Jahre später konnte der Bund auch schon sein eigenes Haus in der bahnhofs- und universitätsnahen Wielandstraße beziehen. Das Jahrzehnt vor dem Ersten Weltkrieg war ein Abschnitt ungehemmten Aufstieges. An der Hochschule hatte sich der Bund eine geachtete und in nationalen und politischen Fragen maßgebende Stellung erworben; durch Bildung von Wander-, Kletter und Skigruppen wurde der innere Halt des Bundes sehr gefestigt; trafen sich doch die Bundesbrüder hier zu gemeinsamem Erleben und gemeinsamen Taten. Im Wintersemester 1913 trat der Dresdner Bund schließlich auch mit eigenen schweren Waffen in den Dresdner Paukkomment ein. Nach außen hin trat der der V.D.St. Dresden besonders mit der durch die Bundesbrüder Walter Wagner und Curt Westphal initiierten Gründung des Ausschusses für studentische Mitarbeit in der nationalen Jugendpfege in Erscheinung. Mit dem Bruderbund an der damals noch bestehenden Tierärztlichen Hochschule bestand eine enge Zusammenarbeit, die in dem gemeinsamen theoretischen Fuxmajorat ihren beredten Ausdruck fand. All diese Arbeit, die einer steten Entwicklung bedurft hätte, hemmte und vernichtete der Erste Weltkrieg, aus dem 16 Bundesbrüder nicht wieder zurückkehrten. Beim Wiederaufbau war die "Arbeitsgemeinschaft Dresden im KV" als Nachfolgerin des Gauverbandes mit ihren politischen und sozialen Ausspracheabenden eine starke Hilfe. Allmählich ging die eigentliche Arbeit jedoch in die Hände der jungen, nach dem Kriege eingetretenen Bundesbrüder über. Im Jahre 1920, ein Vierteljahrhundert nach seiner Gründung, umfasste der Dresdner Bund 94 Alte Herren sowie 46 aktive und inaktive Bundesbrüder. Neben der Volkstumsarbeit nahm wieder der Sport einen breiten Raum ein. Die Arbeit im AStA war Verpflichtung, und in jedem Semester war mindestens ein Bundesbruder dort tätig. Im Zeitfreiwilligenregiment hat sich der Bund fast vollzählig für die Ordnung im Staate eingesetzt. Auch der Ausbau des Heimes wurde vorangetrieben; die Verlagerung der meisten Fakultäten in den Neubau der Technischen Hochschule machte sich später sehr nachteilig bemerkbar, weil viele Bundesbrüder aufgrund der größeren Entfernung beispielsweise nicht mehr zum gemeinsamen Mittagessen kommen konnten. Trotzdem litt die eigentliche Bundesarbeit nicht. In den meisten Parteien waren Bundesbrüder tätig und in vielen Ausschüssen innerhalb und außerhalb der Hochschule arbeiteten sie mit. In der Struktur des Bundes änderte sich auch 1933 zunächst nichts. Dem Gedanken des Kameradschaftsheims wurde einzig durch Einrichtung größerer Wohnmöglichkeiten auf dem Haus Rechnung getragen. Das konnte den Niedergang infolge der Auswirkungen der gesetzlichen Regelungen allerdings nicht verhindern. So wurde das Heim zuerst an den Verein "Lehrlingsheim" vermietet und dann verkauft. Als dann immer mehr klar wurde, dass die neuen Kameradschaften aus sich heraus nicht voll existenzfähig waren, nutzten die Alten Herren des Dresdner Bundes die Gelegenheit, sich einer solchen Kameradschaft anzunehmen, die dann den Namen des Kampffliegers Max Immelmann annahm. Durch Verhandlungen mit dem Rektor der Hochschule wurde das freigewordene Institut für Kraftfahrwesen für 99 Jahre erworben. Leider war es nicht mehr möglich, die Arbeit darin zu dem beabsichtigten Erfolg zu führen, da durch den Krieg das Bundesleben zum Stillstand kam. Nach 1945 konnte Bundesbruder Ewald Linke mit fast hundert der ehemals 163 Bundesbrüder (1936) von Niedersachsen aus wieder Kontakt knüpfen. Der Zusammenhalt wurde enger durch persönliche Beziehungen und Besuche. In der DDR war ein Neubeginn auf Grund der politischen Verhältnisse ausgeschlossen. Deshalb schloss man sich nach und nach dem V.D.St. Braunschweig an. Der direkte Zusammenschluss beider Bünde wurde am 22. Mai 1955 vereinbart. In den Folgejahren blieb der Zusammenhalt der Dresdner Bundesbrüder bestehen, der unter anderem in den jährlichen Treffen bei Bad Tölz seinen Ausdruck fand. Die politische Wende der Jahre 1989 / 1990 brachte auch für den V.D.St. Braunschweig-Dresden neue Möglichkeiten mit sich. Relativ schnell fanden sich um Bbr. Holger Henke interessierte Studenten, so dass dieser als Gründungssenior mit den Bundesbrüdern Franz, Füssel und Voigtländer am 10. Mai 1991 in Dresden eine Aktivitas wiedergründen konnte. Charakteristisch für die Anfangszeit war vor allem die noch sozialistisch geprägte ideologische Haltung der Studentenschaft in den neuen Bundesländern, die viele der damaligen Veränderungen mit Skepsis und Zurückhaltung aufnahm und recht wenig Engagement zeigte. Der V.D.St. als eine der ersten neuen, bzw. wiedergegründeten studentischen Korporationen in Dresden begegnete dieser Lethargie von Anfang an mit vielen Vorträgen und Informationsveranstaltungen zu politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen, genauso wie zu den das Studentenleben direkt betreffenden Veränderungen. Anfangs nur mit einem winzigen Clubraum im Studentenwohnheim als Treffpunkt, konnte 1994 durch den Erwerb und den Ausbau des Hauses in der Dresdner Westendstrasse die Grundlage für ein blühendes Bundesleben gelegt werden. Schon zwei Jahre später, 1996 / 1997, übernahmen die Braunschweiger und Dresdner Aktivitas unter dem Braunschweiger VV Markus Riebschläger gemeinsam den Vorort des Verbandes und feierten im Frühjahr 1997 eine festliche Verbandstagung in der sächsischen Landeshauptstadt. Auch weiterhin blieb der V.D.St. Dresden innerhalb des Verbandes und interkorporativ aktiv, so engagierte sich Bbr. Christopher Skibbe im Amt für politische Bildung und Bbr. Jörn Schwarzer übernahm 2003 gar den Vorsitz des CDK. Unter anderem durch die Unterstützung der Dresdner Bundesbrüder Christian Attig und Hilko Bengen gelang 1999 schließlich die erfolgreiche Wiedergründung des Karlsruher Bundes. Auch in der Folgezeit trat der Dresdner Bund durch die Organisation von Fuxentagungen, zuletzt im WS 2006 / 2007, und Europatagungen im nahe gelegenen Niederschlesien, zuletzt im SS 2007, verbandsweit in Erscheinung. An die Tradition der Grenzlandarbeit des Bundes vor dem 2. Weltkrieg anknüpfend, fühlen sich die Dresdner Bundesbrüder heute gern verpflichtet, das Wohl und Gedeihen der oberschlesischen Vereine Deutscher Hochschüler in Oppeln und Ratibor zu unterstützen. Dies findet nicht zuletzt Ausdruck in vielen Freundschaftsbesuchen, der Begründung von Leibverhältnissen zwischen Oppelner, Ratiborer und Dresdner Burschen sowie der gemeinsamen Organisation von politischen Tagungen. Ein Achtungserfolg auf hochschulpolitischer Ebene gelang dem Bund im Frühjahr 2007, als man, nach der pauschalen Streichung aller Dresdner Korporationen seitens des Studentenrates der Technischen Universität Dresden, als einzige Dresdner Verbindung wieder als politisch wirksame Hochschulgruppe anerkannt wurde. Nicht zuletzt durch die Auszeichnung der UNESCO sowie die Überzeugungsarbeit politisch und rhetorisch gewandter Bundesbrüder bringt diese neuerliche Anerkennung als Hochschulgruppe die Möglichkeit der Nutzung von StuRa-Ressourcen, sowie die Möglichkeit der Selbstvorstellung im alljährlich erscheinenden Dresdner Studienführer "Spiritus Rector" mit sich. Insgesamt verlief die Mitgliederentwicklung seit dem Ende der politischen Teilung Deutschlands sehr erfreulich, so dass im Jahr 2002 aus dem Braunschweig-Dresdner Altherren-Bund ein bis auf die gemeinsam verwalteten Finanzen eigenständiger Altherren-Bund ausgegründet werden konnte. Dieser umfasst zum 112. Stiftungsfest im Mai 2007 - rund 16 Jahre nach der Wiedergründung - bereits 36 ordentliche, sowie 30 außerordentliche Dresdner Alte Herren. Zum selben Zeitpunkt sind in der Aktivitas 19 aktive und inaktive Burschen sowie 5 Fuxen und 2 ständige Gäste gemeldet; damit stellt der V.D.St. neben einem Weinheimer Corps die stärkste Korporation in der recht beschaulichen Dresdner Couleurlandschaft. | ||||
| Aktualisiert ( Samstag, den 07. November 2009 um 14:51 Uhr ) |


