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Nun lebe wohl, Pennälerzeit PDF Drucken E-Mail
  1. Nun lebe wohl, Pennälerzeit, valet muß ich dir sagen!
    Nun fahre hin mit Lust und Freud' und hunderttausend Plagen!
    Weiß Gott, ich hab' dich oft geschmäht! - Doch jetzt, wo es zum Scheiden geht,
    |: will sich mein Herz erweichen, die Trän' ins Auge schleichen. :|

  2. So seid zerrissen allzumal, ihr Fesseln und ihr Banden!
    Nur eine Kette, fest wie Stahl, die werde nie zuschanden!
    Stoßt an und schwört mit Herz und Hand, wir wollen uns im fernsten Land,
    |: und noch in späten Jahren, die Freundschaft treu bewahren. :|

  3. Ihr Mägdlein, nun am Ende ist das Schwärmen und das Träumen!
    Ade! in unsern Herzen müßt ihr die Quartiere räumen,
    damit noch manches hübsche Kind im Burschenherzen Wohnung find'. -
    |: O jerum, jerum, jerum, o quae mutatio rerum! :|

  4. Jetzt, Brüder, länger nicht geträumt von Zeiten, weit entlegen,
    des Lebens schönster Becher schäumt uns Dürstenden entgegen! -
    Pennälerlust, Pennälerqual, wir grüßen dich zum letzten Mal
    |: und wollen dein gedenken, wie uns der Gott mag lenken! :|

Wilhelm Ruer, 1870; Weise: "O alte Burschenherrlichkeit"
 
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