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Nicht der Pflicht nur zu genügen PDF Drucken E-Mail
  1. Nicht der Pflicht nur zu genügen, was sie fordert und verlangt,
    nicht der Stunde nur zu leben, was sie nimmt und was sie dankt, –
    Freunde, einem stolzern Wollen gelte unsres Tages Lauf:
    |: Über Sturm und über Wolken Sonn entgegen trag's uns auf! :|

  2. Sonn entgegen aus des Alltags sorgendumpfen Nebelspuk,
    mit der Siegkraft trotzger Jugend über Not und Last und Druck.
    Und wenn andere töricht finden, was sie uns so »träumen« sehn,
    |: unsre Losung sei und bleibe, nie im Alltag aufzugehn! :|
     
  3. Gib dem Menschen, was des Menschen, doch laß Gott, was Gott gehört;
    nicht dem Kampf nur um dein Morgen, auch dir selbst sei etwas wert!
    Auch dir selbst, Freund, und der Jugend, die so stolz die Stirn dir schirmt
    |: und auf Feuerflügeln jauchzend unsre Seelen aufwärts stürmt! :|
     
  4. Heute drum, so lang ein froher Jugendmut uns führt zum Sieg,
    Darum Brüder laßt uns wählen: mit wem Frieden, mit wem Krieg!
    Freunde, Männer laßt uns werden, die da stolz im Alltag stehn,
    |: treu und furchtlos, festverschworen, nie im Alltag aufzugehen! :|

Cäsar Flaischlen, 1894
 
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