- Krambambuli, das ist der Titel
des Tranks, der sich bei uns bewährt; er ist ein ganz probates Mittel, wenn uns was Böses widerfährt. |: Des Abends spät, des Morgens früh trink ich mein Glas Krambambuli, Krambimbambambuli, Krambambuli! :|
- Bin ich im Wirtshaus abgestiegen
gleich einem großen Kavalier, dann laß ich Brot und Braten liegen und greife nach dem Pfropfenziehr, |: dann bläst der Schwager tantari zun einem Glas Krambambuli, Krambimbambambuli, Krambambuli! :|
- Reißt mich's im Kopf, reißt mich's im Magen,
hab ich zum Essen keine Lust, wenn mich die bösen Schnupfen plagen, hab ich Katarrh auf meiner Brust: |: was kümmern mich die Medici? Ich trink mein Glas Krambambuli, Krambimbambambuli, Krambambuli! :|
- Ist mir mein Wechsel ausgeblieben,
hat mich das Spiel labet gemacht, hat mir mein Mädchen nicht geschrieben, ein'n Trauerbrief die Post gebracht: |: dann trink ich aus Melancholie ein volles Glas Krambambuli, Krambimbambambuli, Krambambuli! :|
- Ihr dauert mich, ihr armen Toren,
ihr liebet nicht, ihr trinkt nicht Wein: zu Eseln seid ihr auserkoren, und dorten wollt ihr Engel sein, |: sauft Wasser, wie das liebe Vieh, und meint, es sei Krambambuli, Krambimbambambuli, Krambambuli! :|
- Wer wider uns Krambambulisten
sein hämisch Maul zur Mißgunst rümpft, den halten wir für keinen Christen, weil er auf Gottes Gabe schimpft, |: ich gäb ihm, ob er Zeter schrie, nicht einen Schluck Krambambuli, Krambimbambambuli, Krambambuli! :|
C. F. Wedekind, 1745 (Volksweise 18. Jahrhundert)
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