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Keinen Tropfen im Becher mehr |
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- Keinen Tropfen im Becher mehr
und der Beutel schlaff und leer, lechzend Herz und Zunge, angetan hat's mir dein Wein, deiner Äuglein heller Schein |: Lindenwirtin, du junge! :| - „Angekreidet wird hier nicht,
weil's an Kreide uns gebricht", lacht die Wirtin heiter. „Hast du keinen Heller mehr, gib zum Pfand dein Ränzel her, |:aber trinke weiter !":| - Tauscht der Bursch sein Ränzel ein
gegen einen Krug voll Wein, tat zum Gehen sich wenden. Spricht die Wirtin: „Junges Blut, hast ja Mantel, Stab und Hut; |:trink und laß dich pfänden!":| - Da vertrank der Wanderknab
Mantel, Hut und Wanderstab, sprach betrübt: „Ich scheide. Fahre wohl, du kühler Trank, Lindenwirtin jung und schlank, |:liebliche Augenweide!":| - Spricht zu ihm das schöne Weib:
„Hast ja noch ein Herz im Leib; laß mir's, trauter Wandrer!" Was geschah? — Ich tu's euch kund: auf der Wirtin rotem Mund |: brannte heiß ein andrer.:| - Der dies neue Lied erdacht,
sang's in einer Sommernacht lustig in die Winde. Vor ihm stund ein volles Glas, neben ihm Frau Wirtin saß |: unter der blühenden Linde. :|
Rudolf Baumbach, 1877; Weise: Franz Abt, 1878
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