- Hier sind wir versammelt zu löblichem Tun,
drum, Brüderchen, ergo bibamus! Die Gläser, sie klingen, Gespräche, sie ruhn; beherziget: ergo bibamus! Das heißt noch ein altes, ein tüchtiges Wort, es passet zum ersten und passet so fort und schallet ein Echo vom festlichen Ort, ein herrliches: ergo bibamus! Ein herrliches: ergo bibamus!
- Mich ruft mein Geschick von den Freunden hinweg:
ihr Redlichen, ergo bibamus! Ich scheide von hinnen mit leichtem Gepäck, drum doppeltes: ergo bibamus! Und was auch der Filz von dem Leibe sich schmorgt, so bleibt für den Heitern doch immer gesorgt, weil immer dem Frohen der Fröhliche borgt; drum, Brüderchen, ergo bibamus! Drum, Brüderchen, ergo bibamus!
- Was sollen wir sagen zum heutigen Tag?
Ich dächte nur: ergo bibamus! Er ist nun einmal von besonderem Schlag, drum immer aufs neue: bibamus! Er führet die Freude durchs offene Tor, es glänzen die Wolken, es teilt sich der Flor, da scheint uns ein Bildchen, ein göttliches vor, wir klingen und singen: bibamus! Wir klingen und singen: bibamus!
J. W.von Goethe, 1810 und Max Eberwein, 1813
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