- Es zogen drei Burschen wohl über den Rhein,
|: Bei einer Frau Wirtin da kehrten sie ein. :| - Frau Wirtin, hat sie gut Bier und Wein?
|: Wo hat sie ihr schönes Töchterlein? :| - Mein Bier und Wein ist frisch und klar,
|: Mein Töchterlein liegt auf der Totenbahr' :| - Und als sie traten zur Kammer hinein,
|: Da lag sie in einem schwarzen Schrein. :| - Der Erste, der schlug den Schleier zurück
|: Und schaute sie an mit traurigem Blick, :| - Ach lebtest du noch, du schöne Maid!
|: Ich würde dich lieben von dieser Zeit. :| - Der Zweite deckte den Schleier zu
|: Und kehrte sich ab und weinte dazu. :| - Ach, daß du da liegst auf der Totenbahr!
|: Ich hab' dich geliebt so manches Jahr! :| - Der Dritte hob ihn wieder auf sogleich
|: Und küßte sie auf dem Mund so bleich. :| - Dich liebt' ich immer, dich lieb' ich noch heut',
|: Und werd' dich lieben in Ewigkeit. :|
Ludwig Uhland, 1809; Weise: Volksweise
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