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Es war ein Knabe gezogen PDF Drucken E-Mail
  1. Es war ein Knabe gezogen
    wohl in die Welt hinaus,
    und ob ihm sein Schatz auch gewogen,
    das Glück, das Glück war aus.
    Und er wanderte weit in der Sommerzeit,
    wenn am Walde die Rosen blüh'n,
    und er wanderte weit in der Sommerzeit,
    |: wenn am Walde :| die Rosen blüh'n.

  2. Wärst du so hoch nicht geboren
    und ich nicht ein armer Knab',
    die Liebe, die Lieb' ist verloren,
    die Welt ist leer wie ein Grab.
    Doch was soll mir mein Leid in der Sommerzeit,
    wenn am Walde die Rosen blüh'n,
    doch was soll mir mein Leid in der Sommerzeit,
    |: wenn am Walde :| die Rosen blüh'n.

  3. Das Mägdlein barg seine Klagen
    im stillen Kämmerlein,
    sie durfte es niemandem sagen,
    sie hofft' jahraus und jahrein.
    Und sah über die Heid' in der Sommerzeit,
    wenn am Walde die Rosen blüh'n,
    und sah über die Heid' in der Sommerzeit,
    |: wenn am Walde :| die Rosen blüh'n.

  4. Es kam ein Reiter geflogen,
    die Locken, sie wehten im Wind,
    hei! bist du mir heut' noch gewogen,
    herzallerliebstes Kind?
    Und da lachten sie beid' in der Sommerzeit,
    wenn am Walde die Rosen blüh'n,
    und da lachten sie beid' in der Sommerzeit,
    |: wenn am Walde :| die Rosen blüh'n.

  5. Er hielt sie in seinen Armen,
    das Herz ihm vor Wonne schlug,
    und hatte die Welt nicht Erbarmen,
    die Liebe, die Lieb' war stark genug!
    Und da küßten sich beid' in der Sommerzeit,
    wenn am Walde die Rosen blüh'n,
    Und da küßten sich beid' in der Sommerzeit,
    |: wenn am Walde :| die Rosen blüh'n.

Otto Roquette, 1851; Weise: Ferdinand Kamm, 1875
 
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