- Es ragen dunkle Tannen zum Himmel ohne Zahl,
und weißer Nebel hebt sich empor aus tiefem Tal; er riecht so schweflig sauer und tötet Baum und Strauch, das ist des Harzes Herold, der biedre Hüttenrauch! Hüttenrauch! Kein Mensch kann ihm entfliehen ! Ein jeder muß dran riechen! Und räuspern sich und pusten und fluchen laut und husten. - Zu Clausthal an dem Marktplatz da steht ein kleines Haus,
mit Schiefern schwarz behangen schaut es gar mürrisch aus. Das ist die "Alma Mater", des Oberharzes Ruhm. Drin drängelt und drückt sich und bückt sich das Bergstudententum. Studententum. "Almissima du Feine! Du bist ja viel zu kleine ! Zum Neubau nimm doch Gelder aus deinem Schatzbehälter!" - Die Tannen leise flüstern, das Herdenglöcklein schallt
und munt'ren Schrittes ziehen viel' Burschen durch den Wald. Das ist ein "Exkursiönchen" der Bergakademie, gar tief wird heute geblicket in die Metallurgie. Tallurgie! Und ist genug gesehen, tut man ins Wirtshaus gehen und singet frohe Lieder und stärkt sich hin und wieder." - Zu Grund im Römersaale, welch' holder Mädchenkranz!
Es wählt der Bergstudente die Schönst sich zum Tanz, und rücket und drücket und dreht sie in wundersamer Lust, die blaßen Examen-Gespenster zerfließen an ihrer Brust. Ihrer Brust ! "Vom Tanz sich zu erholen trinkt man dann würz'ge Bowlen und sitzet frei von Sorgen bis in den lichten Morgen." - Zu Clausthal an dem Marktplatz, da geht es heut' ! "Rum' Plum!"
Es blitzen und donnern die Fragen, das ist's "Colloquium", gar mancher wird getroffen und sprachlos sitzt er da, doch tönt es laut im Innern "Ich merke was Aha! Was Aha!" "Das Wissen will nicht reifen! Ich tu' zu viel noch schweifen! Die Prüfung zu passieren, muß ich mich konzentrieren!" - "Glück auf! Ihr grünen Berge! Ihr Brüder all Glück auf !"
Bestanden ist's Examen, "folgt nach im frischen Lauf!" Ade ! Ihr trauten Kneipen, ihr Mädchen allzumal, in Zellerfeld, Kamschlacken, in Grund und Lauthenthal! Lautenthal! "Wie steht ihr mir, ihr Lieben, so tief ins Herz geschrieben! Im Hüttenrauch als Sterne glänzt ihr mir in die Ferne."
C. Schnabel; Weise: "Nach Süden nun sich lenken"
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