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Das war der Herr von Rodenstein |
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- Das war der Herr von Rodenstein, der sprach: "Dass Gott mir helf',
gibt's nirgend mehr 'nen Tropfen Wein des Nachts um halber zwölf?. Raus da! Raus da, aus dem Haus da! Herr Wirt, dass Gott mir helf', gibt's nirgend mehr 'nen Tropfen Wein des Nachts um halber zwölf?" - Er ritt landauf, landab im Trab, kein Wirt liess ihn ins Haus;
todkrank noch seufzt vom Gaul herab er in die Nacht hinaus: "Raus da! Raus da, aus dem Haus da! Herr Wirt, dass Gott mir helf', gibt's nirgend mehr 'nen Tropfen Wein des Nachts um halber zwölf?" - Und als mit Spiess und Jägersrock sie ihn zu Grab gethan,
hub selbst die alte Lumpenglock' betrübt zu läuten an: "Raus da! Raus da, aus dem Haus da! Herr Wirt, dass Gott mir helf', gibt's nirgend mehr 'nen Tropfen Wein des Nachts um halber zwölf?" - Doch, wem der letzte Schoppen fehlt, den duld't kein Erdreich nicht;
drum tobt er jetzt, vom Durst gequält, als Geist umher und spricht: "Raus da! Raus da, aus dem Haus da! Herr Wirt, dass Gott mir helf', gibt's nirgend mehr 'nen Tropfen Wein des Nachts um halber zwölf?" - Und alles, was im Odenwald sein' Durst noch nicht gestillt,
das folgt ihm bald, das schallt und knallt, das klafft und stampft und brüllt: "Raus da! Raus da, aus dem Haus da! Herr Wirt, dass Gott mir helf', gibt's nirgend mehr 'nen Tropfen Wein des Nachts um halber zwölf?" - Dies Lied singt man, wenn's auch verdriesst, gestrengem Wirt zur Lehr';
wer zu genau die Herberg schliesst, den straft das wilde Heer: "Raus da! Raus da, aus dem Haus da! Rumdiridi, Freijagt! Heidiridoh, Freinacht! Hausknecht, hervor! öffne das Tor! Raus, raus, raus!"
Joseph Viktor von Scheffel, 1855; Weise: Christoph Schmezer, 1856
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