Der Nibelungen Hort

Der Nibelungen Hort

Geschrieben von: Melodie: (um 1840); Text: Karl Simrock    PDF
  1. Es war einmal ein König,
    ein König war’s am Rhein,
    der liebte nichts so wenig,
    als Haders Not und Pein.
    Es grollten seine Degen
    um einen Schatz im Land,
    und wären schier erlegen
    von ihrer eignen Hand.

  2. Da sprach er zu den Edeln:
    „Was frommt euch alles Gold,
    wenn ihr mit euern Schädeln
    den Hort erkaufen sollt?
    Ein Ende sei der Plage!
    Versenkt es in den Rhein!
    Da bis zum jüngsten Tage
    soll es verborgen sein.“

  3. Da senkten es sie Stolzen
    hinunter in die Flut.
    Es ist wohl gar geschmolzen,
    seitdem es da geruht.
    Vermählet mit den Wellen
    des Stroms, der drüber rollt,
    läßt es die Trauben schwellen
    und glänzen gleich dem Gold.

  4. Daß doch ein jeder dächte
    wie dieser König gut,
    auf daß kein Leid ihn brächte
    um seinen hohen Mut:
    so senkten wir hinunter
    den Kummer in den Rhein
    und tränken frisch und munter
    von seinem Feuerwein.