Mailied

Mailied

Geschrieben von: Melodie: Vinzenz Lachner; Text: Scheffel    PDF
  1. Es kommt ein wundersamer Knab
    jetzt durch die Welt gegangen,
    und wo er geht, bergauf, bergab,
    hebt sich ein Glast und Prangen.
    In frischem Grün steht Feld und Thal,
    die Vögel singen allzumal,
    ein Blütenschnee und Regen
    fällt nieder allerwegen.
    Drum singen wir im Wald dies Lied mit Hei- und Tralaleien,
    |: wir singen’s weil es sprießt und blüht, :|
    wir singen’s, weil es sprießt und blüht,
    |: als Gruß dem jungen Maien. :|

  2. Den Mai ergötzt Gebrumm und Summ,
    ist immer guter Laune,
    drum schwirren durch den Tann herum
    die Maienkäfer braune,
    und aus dem Moos wächst schnell herfür
    der Frühlingsblumen schönste Zier,
    die weißen Glocken läuten den Maien ein mit Freuden.
    Drum singen wir im Wald dies Lied mit Hei- und Tralaleien,
    |: wir singen’s, weil es sprießt und blüht, :|
    |: als Gruß dem jungen Maien. :|


  3. Ietzunder denkt, wer immer kann,
    auf Kurzweil, Scherz und Minne;
    manch einem grauen Biedermann
    wird’s wieder jung zu Sinne.
    Er ruft hinüber übern Rhein:
    „Herzliebster Schatz, o laß mich ein!“
    Und hüben tönt’s und drüben:
    Im Mai da ist gut lieben!
    Drum singen wir im Wald dies Lied mit Hei- und Tralaleien,
    |: wir singen’s, weil es sprießt und blüht, :|
    |: als Gruß dem jungen Maien. :|