Wein, Gesang und Liebe |
| Geschrieben von: Weise: L. Liebe. 1887; Worte: Fr. Bodenstedt |  |
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- Die Weise guter Zecher ist
in früh und später Stunde, daß alter Wein im Becher ist und neuer Witz im Munde; denn wo man eins davon entbehrt, da ist das andre auch nichts wert: |: das eine steht zum andern! :|
- Je mehr wir uns vertieft in Wein,
je höher steigt der Geist uns; der Bart der Weisheit trieft von Wein, die ganze Welt umkreist uns versunken ganz in Trunkenheit, und trunken in Versunkenheit, |: in Wein, Gesang und Liebe! :|
- Die Weisen beim Pokale stehn
hoch über der Gemeinheit, wie Berge überm Thale stehn in himmelhoher Reinheit. Die Berge färbt des Himmels Licht, uns widerstrahlt das Angesicht |: im Glanz der vollen Becher. :|
- Sagt, was die Welt im Tausch uns giebt
für unser lustig Leben? Die Wonne, die ein Rausch uns giebt, wer mag uns Bessres geben? Nur eins kenn ich, das schöner ist: wenn du, Hafisa! bei mir bist, |: mit Küssen und mit Scherzen! :|
- Und weil so kurz das Leben ist,
muß stets der Weisen Ziel sein: des Glücks, das uns gegeben ist, kann nimmermehr zu viel sein! Drum, Kind, laß alle Skrupel sein, und steig herab in unsre Reihn |: wie ins Gebirg die Sonne! :|
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