Kranzwirtschaft

Kranzwirtschaft

Geschrieben von: Weise: F. H. Truhn; Worte: W. Wackernagel    PDF
  1. Der schönste Ort, davon ich weiß, das ist ein kühler Keller;
    das schnellste Geld, davon ich weiß, das ist der letzte Heller;
    der rollt so hurtig und geschwind
    und ruht nicht ehr, als bis er find’t
    Rheinwein und Muskateller.

  2. Der schönste Wein, davon ich weiß, läßt sich den roten heißen,
    und einen schönsten weiß ich noch, den nennt man nur den weißen:
    der eine hilft, der andre frommt,
    wer nur zur rechten Muße kommt,
    sich beider zu befleißen.

  3. Ein frischer Trunk vom Fasse her, darnach steht mein Verlangen;
    die schönsten Häuser sind es doch, dran grüne Kränzle prangen;
    wo solch ein liebes Zeichen lacht,
    da ist mir recht in finstrer Nacht
    ein Sternlein aufgegangen.

  4. Und wer das Liedlein hat gemacht? Und wer es hat gesungen?
    ein fahrnder Schüler hat’s erdacht, als ihn der Wein bezwungen;
    vor einem Faß, da ist sein Platz,
    ein volles Glas, das ist sein Schatz,
    es ist ihm wohlgelungen.