Der Geist von anno elf |
| Geschrieben von: Melodie: H. Keyl; Text: Friedrich Geßler |  |
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- Beim Lindenwirt im Keller ruht
ein großes Faß voll Traubenblut, |: gekeltert anno elf; :| und in dem staubgen Fasse kreist dem Lindenwirt sein böser Geist, |: der Geist von anno elf. :|
- Der Lindenwirt, nach Schenkenbrauch,
trägt einen wohlgenährten Bauch, |: ein Näslein rosigrot; :| und manchmal hat er’s ausgeschwatzt, daß ihm das Näslein rot gekratzt |: der Geist von anno elf. :|
- Wenn nachts der Zeiger zwölf erreicht,
mit einem großen Kruge schleicht |: der dicke Lindenwirt :| hinab zum Keller, wo er still und unbeschrieen fangen will |: den Geist von anno elf. :|
- Am Fasse klopft er dreimal an
und öffnet leise dann den Hahn |: und füllt den Krug und trinkt :| fünfmal; da schießt der Geist hervor und wirft den Lindenwirt aufs Ohr, |: der Geist von anno elf. :|
- Da liegt er schnarchend, bis ihn früh
der Hausknecht polternd und mit Müh |: wohl aus dem Keller schleppt, :| dann fängt er laut zu schelten an: das hat der Geist mir angethan, |: der Geist von anno elf. :|
- So trieb er’s schon seit Jahr und Tag.
An einem schönen Morgen lag |: der dicke Lindenwirt :| im Keller tot, das Faß war leer, kein Mensch im Hause spürte mehr |: den Geist von anno elf. :|
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