Im Glotterthal

Im Glotterthal

Geschrieben von: Weise: Karl Schotte; Worte: Th. Harßewinkel    PDF
  1. Beim Adlerwirt im Glotterthal,
    da hab ich brav gezecht:
    |: verhaßt ist mir und ganz zur Qual
    das nüchterne Geschlecht. :|

  2. Ich lobe mir den Morgenstern,
    wenn heimgewanket wird,
    |: ich lobe mir den dicken Herrn,
    den braven Adlerwirt. :|

  3. Der schenkt uns Feuer, schenkt uns Blut
    aus seinem Glotterthal,
    |: o Glotterthal, wie bist du gut!
    Wir trinken dich noch kahl. :|

  4. Heut liegt was Dürres in der Luft,
    das Durst in Deutschland heißt,
    |: und aus dem Keller steigt ein Duft,
    der hier uns Rettung weist. :|

  5. Der Durst in uns, der sagt uns klar:
    O Mensch, benutz die Zeit;
    |: entweichen siehst du Tag und Jahr
    mit großer Hastigkeit. :|

  6. Und morgen kommet naß und kühl
    des Höllenwindes Hauch.
    |: Mir sagt’s ein dämmerndes Gefühl
    in meinem Hühneraug. :|

  7. Drum wer des Tages Ernst versteht,
    der lobe mir nochmal,
    |: bevor die trockne Zeit vergeht,
    den Wein im Glotterthal! :|