Doppeltes Vaterland

Doppeltes Vaterland

Geschrieben von: Weise: F. G. Fesca; Worte: Wilh. Müller    PDF
  1. An der Elbe Strand
    liegt mein Vaterland,
    lieb’s von ganzer Seele;
    aber meine Kehle
    ist zu Haus am Rhein,
    |: dürstet nur nach Wein. :|

  2. Wem es Freude schafft,
    trinke Brüderschaft
    mit den kalten Fröschen;
    meinen Durst zu löschen,
    hol ich mir vom Rhein
    |: lebenswarmen Wein. :|

  3. Spricht ein kluger Mund,
    Wein sei nicht gesund,
    ei! so trink er keinen.
    Doch mir will es scheinen,
    der den Geist erfreut
    |: thut dem Leib kein Leid. :|

  4. Mancher Medicus
    trank sich aus dem Fluß
    Flüsse in die Glieder;
    Wein und frohe Lieder
    heißt mein Recipe
    |: wider jedes Weh. :|

  5. Und muß einst es sein,
    sterb ich doch am Wein
    lieber als an Pillen.
    Vor dem letzten Willen
    leer ich erst mein Faß
    |: bis aufs letzte Glas. :|