Historie von Noah |
| Geschrieben von: Weise: C. G. Reissiger, 1824; Worte: Aug. Kopisch, 1824 |  |
|
- Als Noah aus dem Kasten war,
da trat zu ihm der Herre dar, der roch des Noäh Opfer fein und sprach: Ich will dir gnädig sein, und weil du ein so frommes Haus, so bitt dir selbst die Gnaden aus, aus!
- Der Noah sprach: „Ach lieber Herr!
das Wasser schmeckt mir gar nit sehr, dieweil darin ersäufet sind all sündhaft Vieh und Menschenkind. |:Drum möcht ich armer alter Mann ein anderweit Getränke han.“ :|
- Da griff der Herr ins Paradies
und gab ihm einen Weinstock süß, und gab ihm guten Rat und Lehr und sprach: „Den sollst du pflegen sehr,“ und wies ihm alles so und so; der Noah war ohn Maßen froh.
- Und rief zusammen Weib und Kind,
dazu sein ganzes Hausgesind, pflanzt Weinberg rings um sich herum, der Noah war fürwahr nicht dumm, baut Keller dann und preßt den Wein und füllt ihn gar in Fässer ein.
- Der Noah war ein frommer Mann,
stach ein Faß nach dem andern an und trank es aus zu Gottes Ehr, das macht ihm eben kein Beschwer; er trank, nachdem die Sündflut war, dreihundert noch und fünfzig Jahr.
- Ein kluger Mann daraus ersicht,
daß Weins Genuß ihm schadet nicht, und item, daß ein guter Christ in Wein niemalen Wasser gießt, dieweil darin ersäufet sind all sündhaft Vieh und Menschenkind.
|