Ade, Gesell’n, nun fahret wohl

Ade, Gesell’n, nun fahret wohl

Geschrieben von: Melodie: Karl Hirsch, 1895; Text: Otto Hausmann    PDF
  1. Ade, Gesell’n, nun fahret wohl! Ich seh die Sonne scheinen!
    Ich schlüpf ins Reisekamisol, es juckt mir in den Beinen!
    Die Wachtel ruft, der Kuckuck schreit, das ist die richtige Wanderzeit!
    Und hab ich auch nach Burschenbrauch
    |: kein Kreuzerlein im Beutelein: Hurra, es leb das Fechten! :|

  2. Wohin ich geh, ist gar kein Frag! Mich soll’s den Teufel schieren!
    Ich werd stets meiner Nase nach bergauf, bergab marschieren!
    Wächst durch die Schuh mir auch ’ne Zeh, plagt mich kein Hühneraugenweh!
    Und sonstgem Druck hilft ab ein Schluck!
    |: „Kluck — schluck, Kluck — schluck!“ sagt Nepomuk, mein heilger Schutzpatrone! :|

  3. In Prag hab ich ein Mägdelein, in Wien und Köln viel Schulden!
    Die Schulden und das Mägelein, die müssen sich gedulden!
    Wer kann auf diesem Erdenplan auch alles im Gedächtnis han? —
    Hier sitzt ein Strich, da sitzt ein Strich!
    |: Und ’s läppert sich und ’s läppert sich und ’s läppert sich zusammen! :|

  4. Allmorgens bete ich zum Herrn, mir gnädig beizustehen,
    daß ich der Arbeit nah und fern flink aus dem Weg kann gehen!
    Denn wenn in Blüten prangt der Hag macht selbst der Herrgott Feiertag!
    O Maienzeit voll Herrlichkeit!
    |: Mir ward das Herz so weit, so weit, und wandern muß ich — Amen! :|