Am Brunnen vor dem Tore

Am Brunnen vor dem Tore

Geschrieben von: Text: Wilhelm Müller, 1822; Melodie: Franz Schubert, 1827    PDF
  1. Am Brunnen vor dem Tore
    da steht ein Lindenbaum.
    Ich träumt in seinem Schatten
    so manchen süßen Traum.
    Ich schnitt in seine Rinde
    so manches liebes Wort.
    Es zog in Freud und Leide
    |: zu ihm mich immer fort. :|

  2. Ich mußt auch heute wandern
    vorbei in tiefer Nacht.
    Da hab ich noch im Dunkel
    die Augen zugemacht.
    Und seine Zweige rauschten
    als riefen sie mir zu:
    "Komm her zu mir, Geselle,
    |: hier findst du deine Ruh." :|

  3. Die kalten Winde bliesen
    mir grad ins Angesicht.
    Der Hut flog mir vom Kopfe
    ich wendete mich nicht.
    Nun bin ich manche Stunde
    entfernt von diesem Ort.
    Und immer hör ich's rauschen:
    |: "Du fändest Ruhe dort." :|


Wilhelm Müller, 1822; Weise: Franz Schubert, 1827