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Solidaritätsbekundung mit Papst Benedikt XVI PDF Drucken E-Mail
Monday, 18 September 2006

Erklärung des Verbandes der Vereine Deutscher Studenten

Der Verband der Vereine Deutscher Studenten bekundet hiermit seine Solidarität mit Papst Benedikt XVI., der in der Folge seiner akademischen Vorlesung in der Aula Magna der Universität Regensburg Opfer von Beschimpfungen, Hassbekundungen, symbolischen Verbrennungen und Beleidigungen bis hin zu Hitler-Vergleichen geworden ist. Wir halten diese Vorgänge für in der Sache unbegründet und in der Form für ehrenrührig.

Wir finden nach ausführlichem Studium der Vorlesung des Heiligen Vaters nichts darin, was diese Reaktionen auch nur im Entferntesten rechtfertigen könnte. Das angeführte Zitat des byzantinischen Kaisers Manuel II. – das der Papst selbst als „schroff“ bezeichnet –, der Prophet Mohammed habe nur Inhumanes über die Menschheit gebracht, so z.B. die Verbreitung seines Glaubens durch das Schwert, steht ersichtlich in einem größeren Zusammenhang. Es ist Teil einer Argumentation, in welcher der Papst Gewalt im Namen der Religion als unvernünftig und damit dem Wesen Gottes zuwider darstellt. Wir begrüßen diese Aussage, die für alle Religionen gleichermaßen gilt.

Die vielerorts vorgebrachte Behauptung, der Papst habe den Islam als solchen beleidigt, können wir nicht nachvollziehen.

Benedikt XVI. hat vielmehr seit seiner Amtseinführung in vielen Reden und Predigten zum Dialog mit den Muslimen aufgerufen, gerade auch in Deutschland; hat Verständnis und Respekt vor dem eingefordert, was dem anderen heilig ist, und zum Dialog der Kulturen aufgerufen. So auch in Regensburg, in der eigentlichen Kernpassage seiner Vorlesung, in der er sagte:

„In diesem Sinn gehört Theologie nicht nur als historische und humanwissenschaftliche Disziplin, sondern als eigentliche Theologie, als Frage nach der Vernunft des Glaubens an die Universität und in ihren weiten Dialog der Wissenschaften hinein. Nur so werden wir auch zum wirklichen Dialog der Kulturen fähig, dessen wir so dringend bedürfen.“

Tatsache ist zwar, dass man das erwähnte Manuel-Zitat, isoliert und ohne Quellenverweis betrachtet, als gegen den Islam gerichtet interpretieren könnte. Jedoch nur, indem man die anderen Teile der Vorlesung, ja sogar die Sätze unmittelbar vor und nach der kritisierten Stelle, bewusst ignoriert. Eine solche sinnentstellende Verkürzung empfinden wir als unakademisch.

Aus diesem Grunde lehnen wir auch die Vorwürfe westlicher Medien, der Papst hätte in seiner Vorlesung auf das strittige Zitat mit politischer Weitsicht verzichten sollen, ab. Wer eine akademische Vorlesung daran ausrichtete, welche Stellen man durch bewußte Verfälschung womöglich missbrauchen könnte, würde sich zum geistigen Sklaven der Intoleranz machen. Solch eine vorauseilende Selbstzensur halten wir für eine inakzeptable Einschränkung der akademischen Lehrfreiheit und für nicht hinnehmbar.
Die Universität braucht das Miteinander aller Fakultäten, wie der Heilige Vater dies in Regensburg sehr richtig ausgeführt hat, sie braucht aber vor allem geistige Freiheit. Diese sehen wir mit den Angriffen gegen Benedikt XVI. in Gefahr. Deshalb erklären wir unsere Solidarität mit ihm.


Für den Verband der Vereine Deutscher Studenten
Der Verbandsvorsitzende
Dipl. Ing. Jürgen Streble

 
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Bastian Behrens
Pressereferent des VVDSt

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