Gerhard-Löwenthal-Preis 2006 an VDSter

Gerhard-Löwenthal-Preis 2006 an VDSter

Samstag, den 18. November 2006 um 02:00 Uhr   

Gerhard-Löwenthal-Preisträger 2006 Thomas Paulwitz, VDSt ErlangenBERLIN. Der Gerhard-Löwenthal-Preis für Nachwuchsjournalisten ging in diesem Jahr an den Schriftleiter der ‚Deutschen Sprachwelt’, Thomas Paulwitz (VDSt Erlangen).
Ausgezeichnet wurde der 33-jährige studierte Historiker vor allem für seinen unermüdlichen Einsatz für die Pflege der deutschen Sprache. Seit sechs Jahren leitet er von Erlangen aus die heute vierteljährlich erscheinende Zeitung ‚Deutsche Sprachwelt’, mit der er sich gegen Sprachverhunzungen, überbordende Anglizismen und das Rechtschreibchaos wendet. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Den undotierten Ehrenpreis für Publizistik erhält die Gründerin des Instituts für Demoskopie Allensbach, Elisabeth Noelle-Neumann, für ihr Lebenswerk.


Der Preis wurde bisher zwei Mal vergeben. Träger des Journalistenpreises sind der Berliner Publizist Thorsten Hinz (2004) und der Historiker Stefan Scheil (2005). Den Ehrenpreis durften der Münchner Verleger Herbert Fleissner (2004) und der Münchner Publizist Caspar von Schrenck-Notzing (2005) in Empfang nehmen.


Der Namensgeber Gerhard Löwenthal (1922-2002) war einer der bekanntesten deutschen Publizisten überhaupt. An niemandem schieden sich die Geister und politischen Lager wie an ihm. Er war der Schöpfer und Kopf des ZDF-Magazins, des einzigen dezidiert konservativen Polit-Magazins im deutschen Fernsehen, das jedoch der politischen Korrektheit zum Opfer fiel. Löwenthals Lebensweg war außergewöhnlich: sein Überleben als jüdischer Junge im Berlin des Dritten Reiches, die Erfahrung um den Zusammenbruch Deutschlands und seine persönliche Befreiung. Dennoch blieb er, obwohl er fast seine ganze Familie durch die Vernichtungspolitik Hitlers verloren hatte. Löwenthal bekannte sich als deutscher Jude zeit seines Lebens zu seinem Vaterland und war ein Konservativer. Er wagte es, seinen Standort als „rechts der Mitte“ zu definieren. Sein Leben widmete der einflussreiche TV-Journalist dem Kampf gegen jede Form des Totalitarismus und für die Menschenrechte, insbesondere im kommunistisch beherrschten Osteuropa. „Niemand soll sagen können, er habe von all dem nicht gewusst. Wer nicht bereit ist, aus der Geschichte zu lernen, der ist verdammt, die Geschichte zu wiederholen“, fasste er sein Arbeitsziel zusammen.


Weitere Links zum Thema:
http://www.deutsche-sprachwelt.de/

http://www.gerhard-loewenthal-preis.de