Vielfalt, geeint | |
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Studentenverbindungen, so viele Unterschiede sie im Einzelnen auch aufweisen, werden als eine Gruppe verwandter Vereine wahrgenommen, als ein Block innerhalb der den Hochschulen vorgelagerten oder angehörenden Organisationen. Insofern haben sie gemeinsame Interessen. In besonderen Situationen besteht u.U. die Notwendigkeit eines gemeinsamen öffentlichen Auftretens oder die Zusammenarbeit in einer sie alle betreffenden Frage. Das kann von Fall zu Fall und lokal unterschiedlich geschehen; aber es gibt auch institutionalisierte Formen der Zusammenarbeit. Unter diesen ist die wichtigste, an der sich auch der VVDSt beteiligt, der CDA. Was ist der CDA? CDA steht für „Convent Deutscher Akademikerverbände“; die Organisation besteht seit 1950 und umfasst aktuell ein rundes Dutzend Korporationsverbände – genauer: Altherrenverbände –, darunter beispielsweise die Sängerschaften, Turnerschaften, Wingolfiten und die Deutsche Burschenschaft. Der CDA ist kein Dachverband, der in die Einzelverbände durchregiert, sondern eine Arbeitsgemeinschaft, eine Gesprächsplattform für bestimmte Querschnittaufgaben. Oberstes Gremium ist der üblicherweise zweimal jährlich tagende Convent, in dem die Mitgliedsverbände mit jeweils einer Stimme vertreten sind. Vom Convent wird der bis zu sechsköpfige CDA-Vorstand gewählt, für eine Amtsperiode von zwei Jahren. Was tut der CDA? Zunächst einmal ist der CDA ein Diskussionsforum, ein runder Tisch, in dem sich die Vertreter der verschiedenen Verbände über die Entwicklung an den Hochschulen und speziell des Korporationswesens austauschen und die eigenen Reaktionen darauf abstimmen können, im CDA insgesamt oder bei einzelnen Projekten auch bilateral. Auch in Zeiten multimedial beschleunigter Kommunikation ist das persönliche Gespräch nicht zu ersetzen, der gemeinsame Convent bildet hierzu den idealen und unverzichtbaren Rahmen; hinzu kommen Akademikertage und weitere interkorporative Veranstaltungen. Daneben gehören zum CDA gewisse permanente Aufgaben, bei denen Größeneffekte ausgenutzt werden können, die für die kleineren Einzelverbände nicht bestehen. Dazu zählen etwa die regelmäßige Pressearbeit oder auch die Mitwirkung an der Leipziger Buchmesse – für das gesammelte Korporationsschrifttum ist eine solche Beteiligung eher sinnvoll ist als nur für die Publikationen aus einzelnen Verbänden – oder auch die Behandlung von Problemen, die alle Korporationen betreffen, wie etwa die nicht zu vernachlässigende Gewaltausübung gegen Verbindungen, zu der im Rahmen des CDA Anfang 2011 erstmals eine umfangreiche statistische Erhebung durchgeführt wurde. Grenzen und Chancen Studentenverbindungen sind Netzwerke, und je größer das Netzwerk ist, desto mehr nützliche Querverbindungen lassen sich finden. So bieten sich über die interkorporative Zusammenarbeit natürlich auch für den Einzelnen mehr Möglichkeiten; einiges davon in eigenen Institutionen, an denen der CDA beteiligt ist, etwa zur Ausrichtung berufsbildender Seminare oder auch gemeinsamen Gremien von Studentenhistorikern. Diese Möglichkeiten der Zusammenarbeit sind übrigens durchaus nicht ausgeschöpft, gerade in der Medienarbeit, bei den Verbandszeitschriften und im IT-Bereich, bestehen durchaus weitere Potentiale für die Zusammenarbeit der Verbände. Zur Zusammenarbeit gehören selbstverständlich der Respekt vor den gewachsenen Unterschieden, bei den korporativen Formen etwa oder der politischen Ausrichtung, die es zwischen den beteiligen Verbänden naturnotwendig gibt, was der Kooperation gelegentlich Grenzen setzt; ein Einheitsverband mit in allen Punkten gemeinsamer Marschlinie ist von den Beteiligten nicht gewollt. Der CDA ist und bleibt vielfältig, wie auch einzelne Korporationen vielfältig sind; darin liegen seine Grenzen, aber auch seine Chancen. Weiterführende Informationen finden sich auf www.akademikerverbaende.de |
Studentenverbindungen, so viele Unterschiede sie im Einzelnen auch aufweisen, werden als eine Gruppe verwandter Vereine wahrgenommen, als ein Block innerhalb der den Hochschulen vorgelagerten oder angehörenden Organisationen. 



