Stellungnahme des Verbandvorstandes zum Fall der Mitgliederaufnahme bei der DB

Stellungnahme des Verbandvorstandes zum Fall der Mitgliederaufnahme bei der DB

Mittwoch, den 20. Juli 2011 um 20:12 Uhr   
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Bremen, 21.06.2011: Der Verband der Vereine Deutscher Studenten – Kyffhäuserverband (VVDSt-KV) hat im Laufe der vergangenen Woche die aktuellen Entwicklungen innerhalb der Deutschen Burschenschaft (DB) mit großer Sorge beobachtet. Er setzte dabei stets auf die Weisheit des diesjährigen Burschentages und die abschließende Beschlußlage.

Der VVDSt-KV missbilligt mit Nachdruck den Inhalt der auf der Basis des sog. Rechtsgutachtens von der Alten Breslauer Burschenschaft der Raczeks zu Bonn formulierten Anträge zu den Aufnahmekriterien für einzelne Mitglieder der DB angeschlossener Burschenschaften. Inhalt und Duktus der Anträge und des Rechtsgutachtens verdeutlichen eine Ideologie, welche wir ablehnen. Mitglied eines VDSt kann unabhängig von seiner Staatsangehörigkeit jeder werden, „der dem deutschen Kulturkreis dank Muttersprache und Erziehung oder Kraft gesellschaftlicher Prägung angehört“, so der entsprechende Passus in der Satzung des VVDSt-KV. Daher begrüßen wir bereits seit Jahrzehnten neue Mitglieder, die trotz Migrationshintergrund Verantwortung für den Staat und die Gesellschaft übernehmen wollen, wo sie wohnen und ihren Lebensmittelpunkt haben.

Auch wenn die Anträge der Raczeks und das vielfach zitierte Gutachten des Rechtsausschusses der DB aus dem Jahre 2010 zurückgezogen wurden, so ist der Schaden für alle Korporationen erheblich. Der mediale Schaden bezieht sich nicht auf die Minoritäten, die Korporationen ohnehin völlig undifferenziert ablehnen, sondern prägt die große Gruppe der Menschen, die nur am Rande mit Verbindungen konfrontiert werden. Deren Vorstellungen werden leider von herausragenden Bildern wie den Anträgen, die die Möglichkeit der Aufnahme an der Abstammung und der „nichteuropäische[n] Gesichts- und Körpermorphologie“ festmachten, beeinflusst.

Wir sind uns der Bandbreite der Mitgliedsbünde der Deutschen Burschenschaft bewusst, die i.ü. durch die Aufnahme eines Mitgliedes mit chinesischen Wurzeln einerseits und die gestellten Anträge andererseits unterstrichen wird.

Daher begrüßt der VVDSt-KV die Ergebnisse des diesjährigen Burschentages. Wir nehmen zur Kenntnis, dass „künftig jeder männliche Student Mitglied einer zur DB gehörenden Burschenschaft werden könne, der deutscher Abstammung sei oder über die deutsche Staatsangehörigkeit verfüge und sich zur deutschen Kultur bekenne“.

Wir hoffen, die Ereignisse um die Anträge stellen eine Initialzündung für eine stärkere Gestaltung der Deutschen Burschenschaft durch die Bünde dar, die sich wie unsere Mitgliedsbünde fest in einer offenen Gesellschaft und einem freien Rechtsstaat verwurzelt wissen. Nur so können in der Zukunft der überwältigenden Mehrheit der Deutschen Korporationen derartige Ausfälle erspart werden. Deren Geduld ist endlich.

Für den Verbandsvorstand des VVDSt-KV: Carsten Deil Für Nachfragen: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.