VDSter gewinnt bei „Schlag den Raab“ drei Millionen Euro | |
|
Nino Haase vom VDSt Königsberg-Mainz im Interview: Mainz - Er schlug den Raab: Nino Haase vom VDSt Königsberg-Mainz bezwang am 23. Mai den Pro7-Allrounder in einem Fünfstundenmarathon mit fünfzehn spannenden Runden und beendete damit dessen fast einjährige Siegesserie. Als Belohnung gewann er ein Preisgeld von drei Millionen Euro. Frage: Noch einmal herzlichen Glückwunsch. Dein großer Erfolg ist jetzt knapp vier Tage her. Schon alles verarbeitet? Antwort: Halb und halb. In den letzten Tagen ist mir mehr und mehr bewusst geworden, wie groß die geistige Belastung wirklich ist. So etwas beschäftigt einen natürlich massiv. Das ist ja schon eine Art positiver Schicksalsschlag, der einiges umkrempelt. Zur Arbeit war ich schon wieder, werde aber wohl mit meinem Chef noch einmal reden müssen, wie viel Zeit man wirklich braucht, bis man so etwas verarbeitet hat. Bis ich das überschaue, werden wohl noch ein paar Tage vergehen. Frage: Ist zu Hause noch alles ruhig, oder steht man an der Haustür schon Schlange? Antwort: Das ist tatsächlich ziemlich krass. Wenn man sieht, dass am Sonntagmorgen danach um 11 Uhr, als ich selber noch in Köln im Hotel war, bei mir daheim schon die Bildzeitung vor der Tür stand und für den Einlass in die „reichste WG Deutschlands“ Geld anbot. Ab Sonntag hat mein Handy natürlich auch nicht mehr stillgestanden. Ich bin schon froh, dass das inzwischen etwas abgeflaut hat. Interessant ist auf jeden Fall, mal hinter die Kulissen des Systems Boulevardpresse geschaut zu haben und zu sehen, wie viel Wahrheitsgehalt wirklich in deren Berichten steckt. In der Bildzeitung stand am Anfang „Wir haben mit Nino gesprochen“, und das war auch schon die erste Lüge. Frage: Wie kommt man eigentlich darauf, sich bei einer Fernsehshow wie „Schlag den Raab“ zu bewerben? Antwort: Das war gar kein großer Akt. Im Dezember habe ich in der Mittagspause mehr zufällig auf der Webseite gesurft und gesehen, dass man sich für einen Euro bewerben kann. Die Sendung hatte ich vorher natürlich schon mehrere Male gesehen. Also habe ich mich beworben, aus Jux und Tollerei. Im Januar war dann die Einladung zum Casting da. Frage: Welches der fünfzehn Spiele würdest Du im Nachhinein als das forderndste einstufen? Antwort: Recht eindeutig natürlich diejenigen, bei denen ich schlecht abgeschnitten habe. Wobei das beim Wasserball wirklich widrige Umstände waren. Aber dass ich z.B. beim Fußballtennis so klar verloren habe, hat mich doch erstaunt. Wahrscheinlich war das doch ein Stück Verkrampfung, denn so ein schlechter Fußballer bin ich normalerweise auch nicht. Insgesamt sind natürlich alle Spiele auf ihre Weise fordernd gewesen. Gerade auch die Frage-Antwort-Spiele am Ende, bei denen ich ja deutlich hinten lag. Auf der anderen Seite treibt es einen natürlich an und motiviert, wenn man solche Situationen umbiegen kann. Frage: Wie ist Stefan Raab so als Gegner? Antwort: Er hat seine Technik und weiß, wie er die Leute mürbe machen kann. Man weiß ja, wie ehrgeizig er ist und dass er unbedingt gewinnen will. Am Anfang hat er sich ziemlich wortkarg gegeben und war immer kurz angebunden, wenn ich ihn hinter der Bühne mal angesprochen habe. Bei den späteren Spielen dann, als er herangekommen war und sogar kurz in Führung lag, wurde er dann offensiver, sprach mehr, versuchte zu verunsichern, einzuschüchtern. Allerdings hat er dann eher selbst die Nerven verloren und etwa bei „Wer lügt“ zwei ganz unnötige Fehler gemacht. Ich habe halt versucht, Contra zu geben, selbst viel zu reden und um mich so eine Art Schutzmantel aus Arroganz aufzubauen. Und das hat ja auch gewirkt. Frage: Bei der entscheidenden Billardpartie kam vor dem Fernseher ein Gefühl auf wie bei einem Elfmeterschießen im WM-Finale. Du dagegen wirktest beinahe unterkühlt. Beim vierten Versuch auf die schwarze Acht, als Raab bis auf eine Kugel herangekommen war, hast Du ohne viel Überlegen einfach versenkt. War das ein Bauchgefühl? Antwort: Ich habe mir das im Nachhinein natürlich auch noch mal angesehen und bin immer noch etwas erstaunt, wie ruhig ich gewirkt habe und auch tatsächlich war. Die 3 Millionen Euro Gewinn habe ich in dem Moment völlig ausgeblendet und nur versucht, dieses Spiel zu gewinnen. Das war schon so Art Tunnelblick, ich war total fokussiert, obwohl ich alles um mich herum natürlich wahrgenommen habe, etwa wie nervös meine Freundin und Geschwister draußen im Publikum waren. Aber es hat mich nicht tangiert. Bei der letzten Kugel war das schon ein komisches Gefühl. Ich habe mir halt frei nach Gerd Müller gedacht: Wenn du denkst, hast du schon verloren, also hau das Ding einfach rein. Später ist mir aufgegangen, dass ich in dem Moment gar nicht auf die weiße Kugel geachtet habe. Wenn die auch in einer Tasche gelandet wäre, hätte ich das Spiel ja verloren. Na ja. Ein komischer Moment war das. Frage: Die Standardfrage nach der Verwendung des Preisgeldes lassen wir hier einmal weg. Aber ein Billardtisch für den Sohnemann sollte dann schon drin sein in ein paar Jahren, damit er seinem Vater nacheifern kann, oder? Antwort: (Lacht) Ja, ich denke, wenn er später sieht, was man mit Billard so alles erreichen kann, könnte es schon sein, dass er an mich herantritt. Aber im Ernst: Es ist natürlich sehr schön, dass mein Sohn jetzt finanziell abgesichert ist. Man muss nun natürlich aufpassen, dass er nicht zu sehr in die Öffentlichkeit gerät, das kann ja auch eine Belastung sein. Dennoch, am meisten froh bin ich natürlich für ihn und auch für meine Eltern. Vielen Dank für das Gespräch. |





