Opfertod statt Sieg – VDSter im Ersten Weltkrieg | |
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In der Schriftenreihe „Deutsche Akademische Schriften“ hat Marc Zirlewagen (Alter Herr des VDSts Freiburg) das Buch „’Um unseres deutschen Volkes Sein oder Nichtsein` – Der Kyffhäuser-Verband der Vereine Deutscher Studenten im Ersten Weltkrieg“ veröffentlicht. Damit sind die Jahre 1914–1918 für den Verband erstmals wissenschaftlich erschlossen. Gleichzeitig ist es die erste umfassende Betrachtung eines Korporationsverbandes im Ersten Weltkrieg überhaupt. Das Buch macht deutlich, dass die VDSter mit einem als unausweichlich empfundenen Krieg schon Jahre zuvor gerechnet hatten. Doch was kam, hatten sie nicht erwartet: Statt eine siegreiche Heimkehr nach wenigen Monaten zu verkünden, veröffentlichten die Akademischen Blätter über Jahre hinweg Todesanzeigen und heroisierten den Opfertod. Da ihre Mitglieder überwiegend einberufen worden waren und sich erst nach und nach „Invalidenvereine“ herausbildeten, suspendierten die meisten Vereine im Krieg. Die die durchhielten, pflegten die Kontakte zu den Bundesbrüdern an der Front. Briefe, „Liebesgaben“ und Akademische Blätter wurden zu Bindegliedern. Moralisch stärkten die Theologen im Kyffhäuser-Verband der Front in der Heimat den Rücken. Sie propagierten einen „Heiligen Krieg“ und dessen „reinigende“ Kraft für die Wiedergeburt des deutschen Volkes. Denn hatten die VDSter das wilhelminische System schon in der Vorkriegszeit kritisiert, so warben sie nun für Deutschlands Erneuerung. Nationale Erziehung der Jugend und Bildung einer Volksgemeinschaft lauteten ihre Forderungen. Der monarchische Gedanke wich immer mehr dem Führergedanken. Zuversichtlich an den Sieg glaubend, taten sich einflussreiche VDSter daneben mit überzogenen territorialen Ansprüchen hervor. Doch auch mit der Niederlage vor Augen blieben sich die VDSter treu. Für sie galt es „kämpfend, sammelnd und aufbauend mitzuwirken an der neuen deutschen Zukunft.“ Diese sollte im völkischen Sinn gestaltet werden. „Um unseres deutschen Volkes Sein oder Nichtsein“ – Der Kyffhäuser-Verband der Vereine Deutscher Studenten im Ersten Weltkrieg, Pressburg 2009 (Deutsche Akademische Schriften, Neue Folge, Nr. 12), 119 Seiten, ISBN: 978-3-929953-09-1, 10 Euro |
Begeistert zogen viele VDSter in den Ersten Weltkrieg: Jeder Zehnte meldete sich 1914 kriegsfreiwillig, ein weiteres Zehntel ging als Reserveoffiziere an die Front. Die Hoffnung auf den raschen Sieg wich der Ernüchterung. Durchhalten hieß fortan die Parole. Am Ende waren die Ideale der Kyffhäuser-Studenten zerbrochen und 800 von 5.800 VDStern gefallen. Eine Neuerscheinung analysiert nun erstmals die Vereine Deutscher Studenten im Ersten Weltkrieg.



