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Das sehr umfangreiche Archiv des Kyffhäuser-Verbandes, das seit 1938 beim Preußischen Geheimen Staatsarchiv deponiert war, ist seit 1945 verschollen. Einige Akten und Dokumente – insgesamt noch keine 100 Einzelbände – haben bei einzelnen VDStern den Krieg überdauert und wurden von der 1951 in Bonn gegründeten Nachfolge-Organisation des Kyffhäuser-Verbandes, dem Verband der Vereine Deutscher Studenten (VVDSt), gesammelt. Dieser Bestand wurde 1956 durch einen Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch den Direktor des Bundesarchivs Dr. Georg Winter, und dem VVDSt, vertreten durch unseren damaligen Vorsitzenden Dr. Georg Bruns (AH Marburg, ao AH Königsberg-Mainz, Frankfurt), als Depositum an die Außenstelle des Bundesarchivs in Frankfurt/Main gegeben und kam im Jahre 1969 in die Hauptdienststelle des Bundesarchivs nach Koblenz, Potsdamer Straße 1, wo er nunmehr den Bestand R 143 bildet. Die meisten der hierin enthaltenen Akten wurden zwischen März und September 1975 gesichtet, geordnet und verzeichnet. Im Laufe der Jahre 1976/77 wurden weitere Akten an den Archivbeauftragten des VVDSt abgegeben, insbesondere des VDSt Leipzig, die aus der DDR gerettet wurden, und die Rundschreiben des Verbandsführers Bbr. Dr.-Ing. Johannes Wotschke als Kopien aus dessen Privatbesitz. Aus dieser Quelle stammen wichtige Quellen über die VDSt in der Verbotszeit (1938 - 1945). Ende 1977 wurden diese neuen Ablieferungen in den Bestand eingearbeitet. Der Bestand umfaßt Akten zur Geschichte des KVVDSt als Verband und Akten einzelner Bünde. Hierbei bilden die der VDSt Bonn und Marburg größere Einheiten, die auch sachlich untergliedert wurden. Ansonsten wurden die Bände einfach chronologisch abgelegt. Ferner finden sich Akten der Bünde Berlin (Universität), Graz, Königsberg/Preußen, Leipzig und Tübingen. Wenn auch diesem Bestand, nicht zuletzt wegen seiner splitterhaften Überlieferung, keine überragende historische Bedeutung beigemessen werden kann, so birgt er doch einige wichtige Unterlagen für die Geschichte des KVVDSt bzw. des VVDSt; hierzu zählen die erhalten gebliebenen Conventsprotokolle, Erfahrungsberichte, Protokolle von verschiedenen Verbandstagungen des KVVDSt, die Marburger VDSter Nachrichten der Jahre 1923 ff., Mitgliederlisten und auch einige Schriftstücke im Geschäftsbriefwechsel der genannten Bünde. Hochinteressant sind die Quellen über den KVVDSt nach 1933, die auch von allgemeinhistorischem Interesse sind.
Zur Ergänzung des Schriftgut-Bestandes R 143 ist der Druckgut-Bestand ZSg. 131/ VV 100 ff. des Bundesarchivs heranzuziehen, in dem eine große Anzahl von Büchern, Zeitschriften und Broschüren gesammelt ist, die der KVVDSt bzw. der VVDSt herausgegeben oder beschafft haben und die deren Geschichte dokumentieren. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang insbesondere Anschriftenbücher, Verbandsgeschichten, Handbücher, Festschriften, das Verbandsorgan Akademische Blätter sowie die Deutsch-Akademischen Schriften. Die Akten der VDSt aus der Zeit 1949 ff. bilden den Schriftgut-Bestand B 165, der durch Abgaben laufend ergänzt wird. Dieser Bestand umfaßt mittlerweile (Stand: Dez. 1990) 700 Nummern bzw. Aktenbände. Er beinhaltet die Protokolle der Verbandstagungen von den ersten unverbindlichen Treffen im Jahr 1950 an bis zur Gegenwart, Akten der Verbandsvorsitzenden, der Vororte, von Beisitzern zum Verbandsvorstand, Unterlagen der Verbandskassenwarte, des HPA, weiterer Verbandsämter, einzelner Bünde (aktive wie AH-Bünde), Gauverbände und örtlicher Vereinigungen, einzelner Bundesbrüder, Unterlagen zu unseren Verbandszielen und -symbolen, Satzungen usw. Die Rundbriefe der einzelnen Gliederungen werden systematisch gesammelt, wobei Vollständigkeit angestrebt wird. – Der Bestand B 165 ist durch eine Archivfindkartei gut erschlossen, was durch genaue, ausführliche Titelaufnahme und zahlreiche Verweise erreicht wurde. – Der Archivbeauftragte arbeitet u. a. mit dem Deutschen Institut für Hochschulkunde in Würzburg zusammen, das ebenfalls über eine reiche Druckgutsammlung zur Geschichte des VVDSt verfügt. Er beobachtet ferner alle Erscheinungen auf dem Büchermarkt, die die Geschichte unseres Verbandes (mit-)behandeln, so daß die Bibliothek, also der Bestand ZSg. 131, systematisch ergänzt werden kann. Abgaben an das Verbandsarchiv sind nur über ihn möglich, ebenso der Zugang zum Archiv. Verbandsarchivar: Dr. Ludwig Biewer
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